Photos Gehölze im Juni

Diese Seite enthält Bilder von Gehölzen, wie sie sich im Juni zeigen, wenn die Freilandarbeit in der 8. Klasse nach LehrplanPLUS ansteht (alle hier eingestellten Bilder wurden zwischen 18. und 22. Juni 2020 in Münchens Westen erstellt).

Der LehrplanPLUS verlangt im Lernbereich 6 „Artenkenntnis“ (das ist nicht zu wörtlich zu nehmen, oft genügt auch die Kenntnis einer Gattung), überlässt aber der Lehrkraft die Auswahl. Ich schlage vor, in der 8. Klasse Bäume und Sträucher in den Fokus zu nehmen, die in unseren Wäldern und Parks häufig sind.

Artenliste: Ich habe eine Reihe von verbreiteten Arten ausgewählt und – soweit möglich – Laub, Blüten bzw. Früchte sowie Stamm abgebildet. Gehölz-Bestimmung durch die Struktur des Stammes setzt Vorwissen voraus und eignet sich in der Regel nicht für Unterrichtszwecke (außer Birke und Rotbuche); die Bilder der Stämme dienen allenfalls als Rückkontrolle. Die gesamte Liste der hier aufgeführten Arten wäre für den Unterricht erheblich zu lang; wählen Sie für Ihre Freiland-Arbeit nur wenige Arten aus, je nachdem, welche davon im Gelände gut zu bestimmen sind und was Sie Ihrer Klasse, aber auch sich selbst zutrauen. Die Nadelbäume (Koniferen) können Sie dabei auch ganz weglassen.

Verwendung: Es ist effektiv, wenn die Schüler die ausgewählten Arten bereits kennen gelernt haben, bevor sie ins Gelände gehen. Die Bilder können dabei projiziert, auf Informations- oder Arbeitsblättern oder beim digitalen Lernen eingesetzt werden. Sie können aber auch über Mobilgeräte direkt im Gelände als Vergleich mit der Wirklichkeit dienen. Wenn Sie selbst keine Erfahrung mit der Bestimmung von Gehölzen haben sollten, eignen sich die Bilder dieser Seite gut zum autodidaktischen Lernen, wobei Sie sich zunächst auf wenige (und möglichst unverwechselbare) Arten beschränken sollten. Leitspruch: Lieber mit wenigen Arten praktische Freilandarbeit gestalten als darauf ganz verzichten.

Übersicht (mit Links):

Laubbäume:

Sträucher und Kletterpflanzen:

Nadelbäume:

Ahorne: gegenständig, gelappte Blätter, gegenüberstehende Flugfrüchte („Nasenzwicker“), die im Juni bereits gut ausgebildet sind; Knospen fehlen im Juni noch. Es genügt, wenn die Schüler die Gattung erkennen; die Unterscheidung der drei häufigen einheimischen Arten kann aber  interessierten Schülern bzw. Klassen angeboten werden.

Der Spitzahorn (Acer platanoides): fünflappige Blätter, bei denen die Spitzen deutlich ausgezogen sind (vgl. Abb.); die Früchte bilden einen sehr stumpfen Winkel (ca. 150-180°)

Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus): fünflappige Blätter mit stumpfen Spitzen; die Früchte bilden einen spitzen Winkel (deutlich unter 90°; vgl. Abb.)

Der Feldahorn (Acer campestre): Blätter drei- bis fünflappig, viel kleiner als bei Spitz- oder Bergahorn, mit stark abgerundeten Enden; die Früchte stehen waagrecht (180° vgl. Abb.)

Verwechselform Platane (Platanus x acerifolia): Die Hybrid-Platane ist oft in Parks oder an Straßen zu sehen, aber kein einheimischer Baum. Ihre Blätter sehen denen des Spitzahorns sehr ähnlich (allerdings geht am Blattgrund die Blattspreite nur nach vorn, nicht zurück wie beim Ahorn). Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist der Stamm, denn die Borke platzt bei der Platane in größeren Flächen ab.

Eiche: Ich habe als einzigen Vertreter die Stieleiche (Quercus robur) ausgewählt, die ihren Namen von den langen Stielen hat, auf denen die Früchte (Eicheln) sitzen, die im Juni gerade anfangen, sich zu entwickeln. Dagegen sind die Blattstiele extrem kurz (vgl. Abb.). Die Blätter der Eichen sind länglich und in typischer Weise tief gelappt. Wechselständig.

Die Esche (gemeine Esche; Fraxinus excelsior): gegenständig (wobei die gegenüber liegenden Blätter bzw. Zweige ein wenig versetzt stehen); Blätter unpaarig gefiedert, d. h. ein Blatt enthält 9-15 einzelne Fiederblättchen, eines davon am Ende (auch die Robinie = Scheinakazie, der Holunder oder die Vogelbeere besitzen gefiederte Blätter); im Juni sind die schwarzen Knospen bereits sichtbar (vgl. Abb.), was ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal darstellt; eigentlich sollten im Juni die Fruchtansätze zu sehen sein, aber ich habe auf meiner Fototour keine entdeckt.

Die Hainbuche (Carpinus betulus):  Auch wenn ihre Blätter denen der Rotbuche ähnlich sind, gehört die Hainbuche nicht zu den Buchen-, sondern zu den Birkengewächsen. Ihre Blätter sind rauer und schärfer gezähnt als die der Rotbuche. Das beste Unterscheidungsmerkmal sind aber ihre Früchte, die im Juni schon sehr gut ausgebildet sind (vgl. Abb.). Verwechseln könnte man die Hainbuche mit der Europäischen Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia), deren Fruchtstände im Gegensatz zu denen der Hainbuche tatsächlich wie Hopfendolden aussehen. Ein weiteres typisches Merkmal sind die Schlieren auf dem Stamm (vgl. Abb.); der Stamm der Rotbuche trägt niemals Schlieren, sondern ist einheitlich silbrig gefärbt und glatt. Wechselständig.

Die Linde (Tilia): Auch wenn einfache Bestimmungsbücher suggerieren mögen, die Linden wären einfach in Sommer- und Winterlinde zu unterscheiden, sind die Arten dieser Gattung tatsächlich schwer zu bestimmen. Außerdem gibt es viele Hybriden. Es ist also besser, sich mit der Gattung zu begnügen. Charakteristisch sind die herzförmigen, weichen Blätter. Die kugeligen Blütenknospen stehen in kleinen Gruppen auf einem langen Stiel, der unten ein Hochblatt trägt, das später als Flügel dient; die Linden blühen im Juni. Wechselständig.

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum): große Blätter mit fünf bis sieben fingerförmig angeordneten Fiederblättchen; die großen, weiß leuchtenden Blütenstände („Kerzen“) kann man evtl. bis in den Juni sehen, in manchen Jahren aber auch schon die reifenden Früchte. Gegenständig. Die Rosskastanie kommt ursprünglich aus dem Balken, ist aber bei uns vor allem in Parks weit verbreitet. Im Juni sind die Blätter noch heil; die Raupen-Fraßgänge der Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) treten erst im Spätsommer auf.

Die Rotbuche (Fagus silvatica): ganzrandige Blätter mit fast glattem Rand, ledrig glatt (können auf den ersten Blick mit Blättern der Hainbuche verwechselt werden); ganzjährig kann man die beiden Arten aber am Stamm unterscheiden, der bei der Rotbuche glatt ist und matt silbrig glänzt; im Juni bilden sich bereits die Früchte, die Bucheckern, die völlig anders aussehen als die Flugfrüchte der Hainbuche; wechselständig.

Eine vor allem in Parks anzutreffende Variante ist die Blutbuche, eine Rotbuche, die durch Einlagerung von Anthocyanen in den Blättern einen dunkelroten Aspekt zeigt.

Die Ulme (Ulmus): Die Unterscheidung der einheimischen Ulmen-Arten ist für Unterrichtszwecke zu schwierig; es ist sinnvoll, nur die Gattung zu bestimmen. Typisch für Ulmen ist die mehr oder weniger stark ausgezogene Blattspitze (die aber nicht an allen Blättern deutlich zu sehen ist) sowie der asymmetrische Blattgrund (ebenfalls nicht überall deutlich zu sehen). Vom Blatt her könnte die Ulme mit der Haselnuss verwechselt werden, die aber ein Strauch ist und deshalb mehrere Stämme hat. Im Juni sollten die Fruchtansätze eigentlich zu sehen sein, aber ich habe bei meiner Fototour keine entdeckt. (Das hier abgebildete Exemplar ist ziemlich sicher eine Bergulme, Ulmus glabra.) Wechselständig.

Sträucher und Kletterpflanzen: Sie unterscheiden sich von Bäumen dadurch, dass sie mehrere Stämme haben.

Der Efeu (Hedera helix): Die Blattform an den Zweigen, die keine Blüten tragen, ist weithin bekannt mit ihren drei bis fünf Lappen. Die Blätter sind derb und kahl. An den älteren Zweigen, an denen sich im Herbst die Blütenstände bilden, sind die Laubblätter dagegen rautenförmig (Heterophyllie). Der Efeu ist immergrün, weil er im Frühling neue Laubblätter ausbildet und erst danach die alten abwirft. Blüten sind im Juni noch nicht zu sehen. Wechselständig.

Der Hartriegel (Blutroter Hartriegel; Cornus sanguinea): Der Strauch vermehrt sich intensiv über unterirdische Ausläufer. Seine Laubblätter haben , wie auch bei der Kornelkirsche, die zur selben Gattung gehört, einen charakteristischen Verlauf der  Blattadern (vgl. Abb.). Im Gegensatz zur Kornelkirsche sind die Oberseiten der jungen Zweige beim Hartriegel oft dunkelrot gefärbt. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal sind aber die Blüten- bzw. Fruchtstände, die im Juni leicht zu beobachten sind. Wechselständig. Der Hartriegel kann auch als kleiner Baum wachsen. Gegenständig.

Die Haselnuss (Corylus avellana): Die Laubblätter können sehr unterschiedlich groß ausgebildet sein; aufgrund der mehr oder weniger ausgezogenen Blattspitze können sie mit denen der Ulme verwechselt werden, aber die Haselnuss wächst immer als Strauch, also mit mehreren Stämmen. Im Juni sind nach einigem Suchen bereits die noch ziemlich kleinen Fruchtansätze erkennbar. Wechselständig.

Die Heckenrose (Rosa): Ohne Übung sind die echte Heckenrose (R. corimbifera) und die Hundsrose (R. canina) nur schwer zu unterscheiden, so dass die Gattung genügt, die auch für Ungeübte leicht zu erkennen ist. Die unpaarig gefiederten Blätter tragen fünf bis neun eng aneinander stehende Fiederblättchen mit gesägtem Rand. Auch wenn es heißt: „Keine Rose ohne Dornen“, stellen die spitzen Auswüchse Stacheln dar (der Holzkörper von Dornen entspringt aus dem Zentrum des Zweiges, so dass Dornen fest am Zweig sitzen; ein Stachel wird ausschließlich vom Rindengewebe gebildet und kann deshalb leicht abgelöst werden). Im Juni sind ggf. die letzten Blüten noch zu sehen, ansonsten die beginnende Fruchtbildung der Hagebutten. Wechselständig.

Der Holunder (Holler,  auch „Fliederbusch“; Sambucus nigra): meist Strauch, aber auch Halbstrauch und Kleinbaum; unpaarig gefiederte Blätter mit drei bis neun Fiederblättchen, die am Rand meist gesägt sind; große, weiß strahlende Blütenstände bis in den Juni; charakteristisch sind die auffälligen Lentizellen: warzige Erhebungen an den Stämmen und Zweigen, die dem Gasaustausch dienen (vgl. Abb.); wechselständig

Die Kornelkirsche (Cornus mas): Die Blätter zeigen, wie beim Hartriegel, den für die Gattung typischen Verlauf der Adern (vgl. Abb.). Die Oberseiten der Zweige können streckenweise rötlich sein, aber nie tiefrot wie beim Hartriegel. Das beste Unterscheidungsmerkmal sind aber die einzeln stehenden Steinfrüchte, die im Juni schon weit herangewachsen sind. Gegenständig.

Der Weißdorn (Crataegus): Für Unterrichtszwecke genügt die Bestimmung bis zur Gattung. An den Zweigen sitzen meist viele scharfe Dornen (Unterschied zu Stacheln: vgl. Heckenrose). Die relativ kleinen Blätter sind tief eingeschnitten. Im Juni kann man noch die letzten der kleinen weißen Blüten sehen, meist aber den beginnenden Fruchtansatz. Wechselständig.

Nadelbäume:

Die Eibe (Taxus baccata): wächst als Strauch oder Baum, meist gedrungen und nicht sehr hoch; sehr weiche, biegsame Nadeln, die nicht stechen und scheinbar zweireihig stehen („gescheitelt“).

Die Fichte (Rotfichte; Picea abies): sehr häufig, auch in ausgedehnten Monokulturen; harte, stechende, vierkantige Nadeln, die in allen Richtungen vom Zweig abstehen; reife Zapfen hängen nach unten und werden als Ganzes abgeworfen (Unterschied zur Tanne, die mittlerweile ziemlich selten geworden ist: Tannen-Nadeln sind weich, flach und stechen kaum; reife Zapfen stehen aufrecht und werden nicht als Ganzes abgeworfen; die Zweige an der Spitze recken sich breit nach oben, während sich die Fichte oben konisch zuspitzt).

Die Kiefer (Waldkiefer, Pinus sylvestris): untere Äste bei älteren Exemplaren meist abgestorben; Nadeln sehr lang, gedreht, sitzen paarweise in einer Nadelscheide, die kompakten Zapfen sitzen meist in kleinen Gruppen am Zweig

Die Europäische Lärche (Larix decidua): Nadeln in Büscheln an Kurztrieben; wirft im Herbst alle Nadeln ab; kleine, kompakte, aufrecht stehende Zapfen (kann verwechsel werden mit der Japanischen und der Hybridlärche, so dass die Gattung Lärche genügt)